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Borns "bissige" Bemerkungen ist die montägliche Kolumne rund um das aktuelle Geschehen in der Welt, speziell in der Tourismuswirtschaft. BBB erscheint seit März 2001 jeden Montag auf diesen Webseiten und als kostenloser email-Newsletter. Im Archiv finden Sie 300 weitere Kommentare zu den verschiedensten Themen und Anlässen.

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Wen schützen die Verbraucherschützer? | 4.7.2005 (Prof. Karl Born)4.7.2005: Wen schützen die Verbraucherschützer?


Penny-Aktion mit Air Berlin: "Während andere noch ein lustiges Lidl am Bahnhof singen, fliegen Sie schon quer durch Europa!" Wollen wir nicht Herrn Goethe bemühen und auch nicht den präzisen Wahrheitsgehalt dieser Aussage überprüfen, sondern es einfach sportlich fröhlich hinnehmen.
Es geht rund in den Vertriebswegen: Bahn mit Lidl und Air Berlin mit Penny, TUI wollte schon mal mit Aldi und Germanwings überlegt gerade ob sie „wollen“ wollen und wenn sie wollen, mit wem sie wollen sollen.
Das Marketinggeschrei wird immer schriller, Hauptsache man wird gehört.
Direkt „putzig“ wirken daneben die Kommentare der Verbraucherschützer, der echten und der selbsternannten und vor allem der Aktions-Trittbrettfahrer. Da wird nicht immer der Verbraucher geschützt, sondern oft nur die Aktion genutzt um sich selbst in Szene zu setzen.


Kommentar Karl Born:

Wollen wir dahingestellt lassen wie gut Penny zur Marke Air Berlin passt und wollen wir dahingestellt lassen, wie viel Einschränkungen eine Aktion haben sollte (Alte Marketingregel: Was du nicht in maximal zwei Sätzen erklären kannst, lasse es ganz!). Die Aktion von Air Berlin und zuvor von der Bahn haben erreicht, was sie wollten: Aufmerksamkeit, und das zur Genüge.

Was immer man von solchen Billig-Aktionen halten will, es wirkt fast grotesk, wie gerade jene, die das ganze Jahr über „Billig, billig über alles“ im Munde führen, dann mit typisch germanisch-bürokratischer Beckmesserei sich über solche Aktionen hermachen.

Auszug aus einer Pressemitteilung von „International Service Check“, wer immer das sein mag.
„Heute morgen, Punkt 8 Uhr, standen je ein Testkäufer von ISC vor 50 nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Penny-Märkten. Die Aufgabe bestand darin sich nach Einlass auf dem kürzesten Weg zur Kasse zu begeben und dort mindestens einen Flugschein zu kaufen. Die Testkäufer waren angehalten, dem Verkäufer an der Kasse mindestens drei produktspezifische Fragen zu stellen“.
Ja, sind wir im Irrenhaus? Wenn wir dem Verkäufer drei produktspezifische Fragen zu unserem Lieblings-Joghurt stellen (das im Übrigen immer viel zu früh ausverkauft ist), wird er einen Arzt rufen.

Ähnlich kritisierte die Stiftung Warentest bei der Bahn-Aktion, dass die Lidl-Verkäufer nicht darauf hingewiesen hätten, dass Familien mit anderen Angeboten günstiger fahren könnten. Weder ISC noch Stiftung Warentest kamen auf die einfachste Schlussfolgerung: Für jene die beraten werden wollen gibt es eine andere Adresse und die nennt sich „Reisebüro“.

„Echt Klasse“ auch der Bericht eines bekannten TV-Senders, dessen Reporter sich unbedingt auf die Strecke Köln-Amsterdam kapriziert hat (die es im Air Berlin-Streckennetz nicht gibt) und sich jetzt beklagte, dass er zur Einlösung seines Gutscheins nach Berlin reisen müsse um von dort nach Amsterdam zu fliegen. Deshalb sei das Sonder-Angebot überhaupt nicht günstig. Was würde diese „Anstalt“ sagen, wenn man sie für Sendungen beschimpfen würde, die sie nicht im Programm haben?

Bei der Bahn-Sonderaktion beschwerte sich der Geschäftsführer der Bahn-Tochter Ameropa, dass es vergleichbar flexible und preisaggressive Bahn-Angebote bei Ameropa das ganze Jahr gäbe, aber von den Reisebüros kaum genutzt würden. Recht hat er, für manche ist "motzen" offensichtlich einfacher, als selbst nach Chancen suchen. Allerdings werden diese Angebote von Ameropa/Bahn auch zuwenig beworben. Also, einige Angebote über Plus anbieten (die waren noch nicht dran), aber bitte flächendeckend, mit entsprechendem Familienanteil und vorher noch alle Plus-Verkäufer fachlich schulen und schon geht sie ab, die Post (Entschuldigung) Bahn.

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Weil es gerade hier passt: Herzlichen Glückwunsch, lieber Achim Hunold, zum Touristik-Manager des Jahres! Das war schon fast Kommunikations-Overkill in der letzten Woche: Zuerst Penny, dann Manager des Jahres, dann die Mitteilung mit Premiere an Bord und zuletzt noch eigenes Mobilfunk-Angebot (mit O2).
Da kann im Moment niemand sonst mithalten.

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