Warum müssen eigentlich die Sicherheitskontrollen an den Flughäfen so nervig sein? | 4.12.2005 (Prof. Karl Born)4.12.2005: Warum müssen eigentlich die Sicherheitskontrollen an den Flughäfen so nervig sein?

Das nervigste an Flugreisen sind die Sicherheitskontrollen. Leider müssen diese Kontrollen an den Flughäfen sein. Daran zweifelt ja niemand. Aber warum müssen sie so kundenunfreundlich sein? Kann man mit Unfreundlichkeit Terroristen abschrecken? Bestimmt nicht. Also kann man damit nur harmlose Reisende ärgern.
Kommentar Karl Born:
Der ganze Ärger beginnt bereits mit der Warteschlange. Am Ferienflugterminal in Hannover musste ich mich vor einigen Tagen, an einem Samstagmorgen um 10.30 Uhr, in eine Warteschlange einreihen, die bis in die Mitte der Wartehalle reichte. Offensichtlich war zu wenig Personal im Dienst. Da hat man doch Verständnis dafür. So kurz vor Weihnachten ist sicherlich einiges in der Stadt zu erledigen: Mit weniger Personal wird es auch gehen. Das ist ja nur eine Frage der Warteschlangenlänge. Und dann war noch Frühstückspause. Wer mag schon allein sein Frühstück essen, ein Schwätzchen unter Kontroller-Kollegen gehört doch einfach dazu. Die Touristen fliegen ohnehin nur in Urlaub, die können warten.
In der Warteschlange ist die Stimmung nicht die beste. Die „Kunden“ (nur so zur Erinnerung) sind sauer, weil es nicht vorwärts geht. Von der Seite drängen sich einige vor: „Mein Flug geht gleich“. Da werden erste Emotionen frei. Der ältere Herr sagt der ebenso älteren Dame einige unfreundliche Worte. Sein Zorn galt sicherlich aber dem Kontrollpersonal. Beim Zusammenprall der nun schon längere Zeit in der Warteschlange gestandenen Passagiere auf die vom Frühstück gestärkten Kontrolleure, kommt es zum Austausch von Unfreundlichkeit. Das ohnehin „staatstragend chronisch unfreundliche“ Personal steigert sich nun zur Perfektion.
Als besonders unfreundlich ist mir das Personal in Frankfurt in Erinnerung. Bei einigen muss ich fast zwangsläufig an die „netten“, meist weiblichen Kontrolleure in den Grenzhäuschen am Grenzübergang Marienborn in die frühere DDR denken. Entweder wurde das Personal übernommen oder das Schulungspersonal ist das gleiche wie früher.
Die Flughafengesellschaften und vor allem die Fluggesellschaften geben sich soviel Mühe ihr Personal kundenfreundlich auszubilden. Und das genießt man auch als Kunde. Aber diese positive Stimmung wird wieder kaputtgemacht, wenn es durch die Sicherheitskontrolle geht. Deshalb sollten die Fluggesellschaften hier Einfluss ausüben, denn Urlauber, die keine Lust mehr haben zu fliegen, wirken sich negativ auf das Ergebnis aus.
Über die tatsächliche Qualität der Kontrolle, soll hier nicht diskutiert werden. Aber auffällig ist es schon, dass man an einigen Flughäfen Dinge abgenommen bekommt, die an anderen Flughäfen anstandslos durchgehen. Und welcher Personenkreis so etwas zuerst weiß, darüber muss man wohl nicht spekulieren.
Ich will nicht ausschließen, dass ein Teil der Unfreundlichkeiten, die auf uns Reisenden niedergehen, in Konflikten des Personals mit ihrem Arbeitgeber Bund begründet sind. Aber ich habe keine Lust Blitzableiter zu spielen.
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