Halloween auf Mallorca | 30.10.2005 (Prof. Karl Born)30.10.2005: Halloween auf Mallorca

Der keltische Ursprung von Halloween besagt, dass sich in dieser Nacht Tote unter die Lebenden mischen würden. Genau dies ist in der Vor-Halloween-Woche in Mallorca passiert. Die vor zwei Jahren verstorbene Ökosteuer wurde wieder unter den Lebenden gesehen. Wie zu Halloween üblich, erschien sie maskiert und zwar als Mietwagensteuer. Hoffen wir, dass nach dem 1.11. der Spuk wieder vorüber ist.
Kommentar Karl Born:
Die Einführung der Ökosteuer war, wie von Experten vorhergesagt, ein Misserfolg. Es begann schon im April 2001 mit der Erklärung der Präsidentin des Inselrates Maria Antonia Munar, dass man eine Ökosteuer in Höhe von 4 DM/Tag erheben wolle und man gerne auf jene Touristen verzichten könne, die nicht bereit wären diese Abgabe zu zahlen (siehe BBBs vom 19.4.2001 „Ökosteuer auf Mallorca“). Das nahmen viele Touristen wörtlich und blieben weg.
Es folgte eine monatelange Diskussion über die Ökosteuer, wobei die Dauer der Diskussion noch schädlicher war, als deren tatsächliche Einführung. Das Ergebnis ist bekannt: Die schlechtesten Touristenzahlen seit Jahren. Kaum war die Steuer abgeschafft, erlebt Mallorca einen Boom, nicht zuletzt auch dadurch, dass eine erhebliche Geldsumme in die Werbung investiert wurde, um den angerichteten Imageschaden wieder zu beheben (siehe auch BBBs vom 14.7.2003 „Späte Erkenntnis in den Zielgebieten“).
Ab 1.1.2006 soll jetzt eine Mietwagensteuer (ca. 5,00 Euro pro Tag und ca. 3 Cent pro gefahrenem Kilometer) eingeführt werden. Warum ist die Inselregierung so wenig lernfähig? Ein deutsches Sprichwort sagt: „Wenn es dem Esel zu wohl wird, dann begibt er sich aufs Eis“. Geht es den Balearen z.Z. zu gut, dass man sich vorsätzlich aufs Glatteis begibt? Das kann sich wieder schnell ändern, siehe oben. Immerhin hat es die Meldung als Negativ-Schlagzeile in alle deutschen Medien geschafft.
„Steuerlichen Unsinn“ kennen besonders die deutschen Urlauber aus ihrem Heimatland, wahrscheinlich kommt daher auch der Spott über „Mallorca als 17. deutsches Bundesland“. Und wenn Urlaub nicht als "Gegenteil vom Alltag" erlebt wird, dann kann man auch zuhause bleiben.
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Nach letzten, noch unbestätigten Meldungen, will die Balearenregierung nochmals über die Steuer nachdenken. „Trick or Treats“ (Streiche oder Süßes) heißt der Halloween-Spruch. Liebe Mallorquiner, schenkt Euren Regierungsfuzzies ganz schnell etwas „Süßes“, dann bleibt die Mietwagensteuer vielleicht doch nur ein Halloween-Streich.
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