Touristen verschwinden lassen | 29.10.2006 (Prof. Karl Born)29.10.2006: Touristen verschwinden lassen

Die BBBs haben sich zur Aufgabe gemacht nicht nur die liebe Branche „bissig“ zu begleiten, sondern auch immer auf neue Erfindungen aufmerksam zu machen, die das Touristenleben sofort erleichtern oder das Leben danach erleichtern. Heute geht es um ein Tool, das es ermöglicht aus Urlaubsfotos nachträglich „störende“ Personen zu entfernen.
Kommentar Karl Born:
Die Schweizer Entwickler von futureLAB haben auf Ihrer Fotoplattform snapmania ein Tool, das so manchen verpatzten Urlaub nachträglich noch zu retten vermag. Die Erfinder dachten dabei an die Schwierigkeit ein attraktives Touristenziel zu fotografieren ohne durch das Bild laufende störende Touristen. Aber die BBBs haben ihren Houellebecq gelesen und verstanden (siehe BBBs vom 4.3.2002 „Die vier S der Touristen: Sonne, Strand, See und Sex“). Da mag es noch so manches andere Urlaubserlebnis geben, was einerseits nicht unbedingt fotografisch für die Nachwelt festgehalten werden sollte, aber andererseits sich genau dies auch nicht so ohne weiteres im Urlaub vermeiden lässt („Liebling, mach doch mal ein Bild von uns“). Ein gewisser Dieter Bohlen könnte darüber aktuell gut berichten. Dank futureLAB kann jetzt jeder lustig drauflos fotografieren und später entscheiden, was „erhaltenswert“ ist und was nicht. So lässt sich auch in Zeiten Fotos machender Mobiltelefone das Touristenleben noch ertragen. (Die Anregung wurde gefunden bei http://gutes-von-morgen.de, Näheres bei: http://www.itfrontal.de).
Ob es demnächst auch so etwas für das richtige Leben geben wird? Einfach die eine oder andere Person rückwirkend aus dem eigenen Leben zu löschen? Mental sind einige schon dran, mit wechselndem Erfolg.
---------------------------------- In eigener Sache: Während die BBBs von letzter Woche wohl selbsterklärend waren, haben die Redaktion mehrere Emails erreicht, dass die vorletzte Geschichte „Wenn der Gastgeber nicht zur eigenen Party erscheint“, nur für wirkliche Insider verständlich gewesen sei. Zur Lösung des Rätsels hier noch weitere Hinweise: 1. Es handelte sich um eine Fluggesellschaft. 2. Sie wird von Ihrer Muttergesellschaft an kurzer Leine gehalten (Achtung: Hier ist zusätzlich ein geografischer Hinweise versteckt). 3. Sie wird gerade gegen ihren Willen mit ihrer Schwestergesellschaft zwangsverheiratet. 4. Wie immer bei Inzucht, sind bleibende Schäden bereits zu erkennen. 5. Deshalb ist sie nicht bösartiger Weise von ihrer eigenen Party ferngeblieben, sondern aus Scham. 6. Die BBBs erkennen: Die Sache nimmt keinen guten Ausgang und verdrücken ebenfalls ein paar Tränen.
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