Ein Luftloch mit politischen Konsequenzen | 24.7.2005 (Prof. Karl Born)24.7.2005: Ein Luftloch mit politischen Konsequenzen

In den letzten Tagen gab es einige Turbulenzen am Flughimmel. Am 14.7. sackte eine Korean Air in ein Luftloch, am 17.7. flog ein Reiher in einen Airbus der LTU, am gleichen Tag hatte ein Condor-Airbus Triebwerksprobleme und musste unplanmäßig in Nantes zwischenlanden und einen Tag später kehrte ein Lufthansa-Airbus wegen Hydraulik-Problemen wieder um nach Frankfurt. Große Angst unter den Passagieren, aber zum Glück so gut wie nichts passiert. Aus einer ähnlichen Geschichte zog vor Jahren ein kleines Mädchen politische Konsequenzen. Und da wir gerade im Wahlkampf sind, ist die Story erzählenswert.
Kommentar Karl Born:
„Es ist ja nichts passiert“, mit dieser Bemerkung geht man wieder zur Tagesordnung über. Viel ist nicht passiert, aber einige Passagiere werden schon länger mit dem Schrecken zu kämpfen haben. Schauen wir uns zwei der obigen Vorfälle genauer an:
14.7.: Eine Boeing 747 Korean Air mit 271 Passagieren an Bord verlor kurz nach dem Start abrupt an Höhe und sackte plötzlich etwa 90 Meter tief in ein Luftloch. 37 Passagiere und mehrere Besatzungsmitglieder wurden zum Glück nur leicht verletzt (lt. Spiegel online 14.7.).
17.7.: Einem Airbus A 330 der LTU, mit 234 Passagieren an Bord, flog kurz nach dem Start ein Reiher in das Triebwerk und verursachte einen Treibwerksausfall. Nach Ablassen von Treibstoff konnte das Flugzeug wieder landen. Einige Passagiere standen unter Schock und mussten vom LTU-Personal betreut werden (lt. Spiegel online 17.7.).
Eine Verknüpfung dieser beiden Vorfälle passierte vor einigen Jahren. Eine LTU-Maschine, aus Mombasa kommend, sackte kurz vor der Landung in DUS in ein Luftloch. Wie in den obigen Fällen beschrieben, wurden dabei einige Passagiere leicht verletzt. Eine Stewardess verletzte sich stärker und konnte ihren Dienst nicht fortführen. Einige Passagiere waren geschockt, ihre Reaktionen ziemlich hysterisch.
An Bord dieses Fluges war u.a. auch ein 6-jähriges sehr flugerfahrenes Mädchen mit ihren Eltern. Letztere politisch links orientiert und engagiert (was für die Pointe dieser Story von Bedeutung sein dürfte). Da der Vater bei einer konkurrierenden Airline beschäftigt war, hatte die Familie den Auftrag, LTU genau zu beobachten und sich nach dem Flug entsprechend zu äußern.
Und dann ausgerechnet auf diesem Flug dieser „Absacker“ in ein Luftloch. Nach der Landung große Aufregung in der Gepäckhalle. Einige der geschockten Passagiere ließen ihrer Hysterie freien Lauf. Leider kein Airline-Personal in der Nähe, das beruhigend hätte einwirken können. Da entdeckt besagtes Mädchen, ihre eigene Verletzung und diese blutet! Nicht schlimm, aber für eine 6jährige schon ein weltbewegendes Ereignis.
Die kleine „Göre“ baute sich vor ihrem Vater auf und schleuderte ihm empört und laut „diesen einen Satz“ entgegen: „Das sage ich Dir, ich fliege nie wieder mit dieser blöden CDU!“.
Brüllendes Gelächter im Warteraum und kein einziges hysterisches Geschrei mehr. Zur Aufnahme in das Krisenhandbuch empfohlen. -------------------------
Der Humor der BBB ist nicht jedermanns Sache. Neben einer erfreulicherweise steigenden Anzahl von „Fans“, über deren Äußerungen sich die BBBs immer wieder freuen, gibt es auch einige die den BBBs überhaupt nichts abgewinnen können. Akzeptiert! Schwieriger ist es mit jenen Lesern, die die Pointe der BBBs leider falsch verstehen. Das könnte bei obiger Geschichte durchaus der Fall sein.
Passiert ist es letzte Woche schon im Reise-Blitz von Nechleba. Da steht zu lesen: „Dr. Hinrich Bischoff wurde von Prof. Born kräftig verspottet“. Sorry, aber gemeint war es eigentlich umgekehrt: Dr. Bischoff als derjenige, der die Branche an der Nase rumführt. So kann man sich missverstehen. Aber nichts gegen Nechleba. Die BBBs werden von ihm oft zitiert (Danke!) und dass es ab und an mal nicht genau stimmt, macht nichts. Zumeist (nicht immer) ist der Name Karl Born richtig geschrieben und darauf kommt es bei PR ja an.
Ähnlich missverständlich war wohl bei der Geschichte „Wen schützen die Verbraucherschützer“, BBB vom 4.7., die Bemerkung über Ameropa. Auch diese Bemerkung war zugunsten Ameropa gemeint.
Insgesamt wird die Intention der Bissigen Bemerkungen glücklicherweise richtig verstanden. Demnächst steht der 1.500. Abonnent des Newsletters vor der Tür. Die BBBs sind schon gespannt, wem sie aufmachen dürfen (noch schnell ein Geschenk besorgen).
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