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Borns "bissige" Bemerkungen ist die montägliche Kolumne rund um das aktuelle Geschehen in der Welt, speziell in der Tourismuswirtschaft. BBB erscheint seit März 2001 jeden Montag auf diesen Webseiten und als kostenloser email-Newsletter. Im Archiv finden Sie 300 weitere Kommentare zu den verschiedensten Themen und Anlässen.

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Die Tricks der Journalisten | 21.8.2005 (Prof. Karl Born)21.8.2005: Die Tricks der Journalisten


Es gibt eine Anzahl von Tricks, der sich Journalisten im Gespräch mit Managern gerne bedienen. Anlässlich des 25. Geburtstags der Fachzeitschrift „Touristik Report“ (Herzlichen Glückwunsch!) haben sich die BBBs darüber Gedanken gemacht und wie es so schön im BWL-Deutsch heißt „Cluster gebildet".

Kommentar Karl Born:

Die „Braven“
Nicht ohne Grund steht brav in Anführungszeichen. Denn der Begriff „braver Journalist“ ist keine Tautologie, wie uns diese Spezies sicher weismachen möchte, sondern ein Oyxmoron, ein Widerspruch in sich. Kurzbeschreibung: Sieht harmlos jung aus, immer sehr freundlich, höflich und kompromissbereit, immer den Eindruck erweckend zufällig die größten Geheimnisse erfahren zu haben, insbesondere wenn sie nur einige wenige Details kennen. Beliebte Masche: Sätze anzufangen aber nicht zu beenden, das macht dann versehentlich der Interviewte. Dadurch bekommen die Journalisten die Informationsreste die noch fehlen. Dieses Wissen beim nächsten Gesprächspartner wieder in einen Halbsatz gepackt, vom naiven Manager ergänzt und schon stimmt die vermeintliche Ausgangslage: Der „Brave“ hat ein Geheimnis erfahren.
Verschärfte Form: Im Gespräch eine fast peinliche Pause entstehen zu lassen, in der Hoffnung, dass der Manager ein neues Thema beginnt. Abwehrstrategie des Managers: Die Stille genießen oder ganz einfach fragen „War`s das für heute?“.

Die Hartnäckigen
Sie haben für das Gespräch oder die Pressekonferenz eine klare Strategie: Genau das zu erfahren, von dem der Manager gesagt hat, dass er heute (noch) nicht darüber sprechen will. Bestes Beispiel: Frage nach dem Jahresgewinn auf der Programmvorstellung oder ähnliches. Dass die direkte Frage abschlägig beantwortet wird, nehmen sie gelassen hin. Die Frage wird aber mit hoher Penetranz wiederholt, nach dem Motto: Mal schauen, wer zuerst die Nerven verliert. Ersatzweise wird die entgegengesetzte Frage gestellt oder vermeintlich einlenkend danach gefragt, was der Manager ausschließen könne. Ein Versprecher oder eine nicht plausible Antwort, schon wird der Angesprochene mit der Anschlussfrage endgültig in die Ecke gedrängt. Diese Spezies Journalist fordern von einem Manager höchste Konzentration und eine gewisse Langmut, immer wieder die Frage nicht zu beantworten. Wer dieses „Frage- und nicht-antworten-Spiel“ übersteht, profitiert von diesen Erfahrungen auch bei eventuellen häuslichen inquisitorische Fragen (in einzelnen Fällen soll der Lernprozess umgekehrt verlaufen sein).

Die Experten
Die schwierigste Spezies der Journalisten. Sie sind schon so lange im Dienst, dass sie inzwischen jede Ausrede (und jede Schwäche) der Manager kennen und gezielt darauf kontern. Sie haben viele Pressekonferenzen mitgemacht, um dem Manager vorrechnen zu kennen, dass bei den jedes Jahr angegebenen Preissenkungen die Ware inzwischen kostenlos sein müsste. Oder sie haben einen „Spezi“ im Unternehmen und kennen den angefragten Sachverhalt besser, als sie zu erkennen geben.

Die „Raffinierten“
„Raffinierte“ Journalisten (natürlich in Anführungszeichen), die es auch geben soll, konfrontierten den Manager mit angeblichen Äußerungen von einem Kollegen oder vom Konkurrenten. Schlägt der Interviewte zurück, insbesondere wenn er exakt diese Bemerkung vom Kollegen oder Konkurrenten erwartet hat, dann konfrontieren die „Raffinierten“ anschließend den Managerkollegen oder Konkurrenten mit dieser Aussage und „das Spiel“ geht dann richtig los.
Spaß haben dabei nur jene, die anschließend eine Menge Material zum schreiben haben.

Welcher Typ von Journalist einem auch immer gegenübersitzen sollte, immer schön gelassen bleiben und an die Warnung von Oscar Wilde denken: „Was haben Fliegen und Manager gemeinsam? Man kann sie mit einer Zeitung erschlagen“.

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In eigener Sache:
Zum letzten Male das Thema 1.500. Newsletter Abonnent.
Aufgrund der großen Anmeldezahl wurden von den BBBs noch zusätzliche Preise verteilt. Abonnent 1.499 und 1.501, knapp am Ziel vorbeigeschossen, erhalten als Trostpreis den Reiseführer in das legendäre Molwanien, das „Land des schadhaften Lächelns“. Die BBBs werden demnächst einen Kommentar dazu schreiben.
Unter den anderen Neu-Abonnenten wurden weitere Buchpreise verlost:
2x „Reiseführer zum Mond“ (von Küstenmacher) und
4x „Abschied von der Spassgesellschaft“ von Prof. Romeiß-Stracke (mit bissigen Randbemerkungen von Karl Born).
Wie man sieht sind alle Buchpreise BBB-like.
Alle Gewinner wurden inzwischen benachrichtigt.

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