Die letzten Fluggeschichten vom vergangenen Jahr | 2.1.2006 (Prof. Karl Born)2.1.2006: Die letzten Fluggeschichten vom vergangenen Jahr

Wo liegt Melbourne, wie komme ich von Porto Santo weg und warum will eine British-Airways-Maschine nicht starten? Drei unterschiedliche Geschichten, aber Hauptsache man hat ein Handy dabei
Kommentar Karl Born:
Dass britische Urlauber gerne einen trinken ist keine neue Erkenntnis. Nach einer Umfrage des britischen Außenministeriums (!) unter 1.000 britischen Touristen ist ein Großteil der englischen Touristen vor allem an "exzessivem Saufen, schnellem Sex und zünftigen Prügeleien" interessiert. Einer dieser „Modelltouristen“ stieg in Teneriffa an Bord einer Monarch-Maschine und pflegte dabei zwei der vorgenannten Hobbys weiter. Der Pilot machte kurzen Prozess und setze ihn auf der einsamen portugiesischen Atlantikinsel Porto Santo ab. Hoffentlich hatte der Bursche ein Handy dabei, damit er zuhause anrufen und jemanden um Abholung bitten konnte.
Wofür braucht man noch Reisebüros, es gibt doch das Internet. So dachte eine vermeintlich besonders schlaue Dame und buchte im Internet drei Flugplätze nach dem australischen Melbourne. Nach der Landung ihres Flugzeuges, kam ihr alles sehr amerikanisch vor. Klar, sie war auch auf dem Flughafen von Melbourne im US-Bundesstaat Florida gelandet. Hoffentlich hatte sie ein Handy dabei um den „kurzen“ Anschlussflug zu buchen Ein ähnliches Erlebnis hatte übrigens vor Jahren ein deutscher Bundestagsabgeordneter. Der war in Faro gelandet und wollte mit dem Taxi in sein Hotel fahren. Sein eigentliches Ziel war aber Funchal/Madeira gewesen und Unterwassertaxis gibt es in Portugal leider noch nicht.
In Berlin saßen 87 Passagiere in einer British-Airways-Maschine und wollten nach London. Das Flugzeug rollte hin und her, wurde enteist, rollte wieder hin und her, stand ein wenig und so weiter. Die Passagiere fanden das nicht sonderlich normal, im Gegensatz zum Piloten, der weigerte sich die Tür zu öffnen, um genervte Passagiere aussteigen zu lassen. Aber einer der Passagiere hatte ein Handy dabei und informierte nach vier Stunden über Notruf 110 die Polizei, dass „er im Flugzeug festgehalten werde. Man möge ihn bitte befreien.“ Die Polizei erschien mit vier Streifenwagen auf dem Rollfeld und machte ihre Arbeit. Zusammen mit sieben weiteren Passagieren konnte er das unfreiwillige Gefängnis verlassen. Übrigens, geflogen ist das Flugzeug auch noch, mit 7 Stunden Verspätung.
In diesem Sinne allen Lesern der BBBs ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2006. Und vergessen Sie ihr Handy nicht.
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