very british | 18.6.2007 (Prof. Karl Born)18.6.2007: very british

Nachdem die EU-Kartellbehörde den Zusammenschluss von Thomas Cook und My Travel auf der einen Seite und TUI und First Choice auf der anderen Seite erwartungsgemäß genehmigt hat, wurden jetzt auch die Personalentscheidungen für das Management bestätigt. Wer immer noch „geträumt“ hatte, die „Deutschen hätten die britische Touristik übernommen“ und nur der Firmensitz sei nach London verlagert worden, sollte sich langsam mit der Realität abfinden. Die Touristik ist wieder da angekommen, wo Altvater Thomas Cook persönlich sie im vorletzten Jahrhundert gegründet hatte. Hoffentlich gilt das nicht auch für die Inhalte.
Kommentar Karl Born:
Machen wir es kurz, schmerzvoll ist es auf jeden Fall. TUI Travel: CEO: Peter Long Deputy CEO: Peter Rothwell CFO: Paul Bowtell Group Commercial Director: Willi Waggott Airline Director: Christoph Müller Head of Central Europe: Dr. Volker Böttcher Ein lockeres 4:2 für die Insulaner. Und für die weiteren Ernennungen den ersten Vorgeschmack. Neuer CIO: Jim Mann
Thomas Cook Group: CEO: Manny Fontenla-Novoa Zweiter CEO: Peter McHugh Managing Director UK: John Bloodworth CFO: Ludger Heuberg Auch hier ein lockeres 3:1 für die Insulaner. Wobei es noch wesentlich bitterer ist, denn im TUI Travel Vorstand ist immerhin der Chef des größten Geschäftsbereiches Europa Mitte, Dr. Böttcher, vertreten. Während im Thomas Cook Group Vorstand Dr. Fankhauser, Chef des wichtigsten Geschäftsbereiches Zentraleuropa, nur aus Oberursel zuschauen darf. Und für die weiteren Ernennungen auch hier den ersten Vorgeschmack: Neuer Chef „gruppenübergreifende Strategie für die Fluglinien“ Glen Chipp.
Und so wird es weitergehen. Die Musik spielt ab sofort in England. Aber die Hintergründe hatten die BBBs ja schon Anfang des Jahres aufgedeckt, siehe BBB vom 8.1.2007 „Endlich aufgedeckt: Die Geschichte vom Trojanischen Pferd beim Kauf britischer Touristik-Firmen“ (http://karl-born.de/bbb/archiv/news-archive-8-1-2007.html ). Während damals nur die „Anführer geschlüpft waren, stürmen jetzt die Krieger nach“.
Dies sollen keine BBBs gegen Internationalisierung im Vorstand sein. Aber auch nach angestrengtem Suchen haben wir kein vergleichbares Beispiel aus anderen Branchen gefunden, die so nach Zukäufen durch deutsche Firmen gestaltet wurden.
----------------------------------- Eigentlich wollten die BBBs heute etwas zur Namensfindung für die Expedienten schreiben. Dies folgt jetzt nächste Woche, es sei denn …… |