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Besuch für den Mann im Mond? | 15.8.2005 (Prof. Karl Born)15.8.2005: Besuch für den Mann im Mond?


Bis spätestens 2010 sollen die ersten Weltraumtouristen zu einer Reise zum Mond starten können, kündigte ein Vertreter der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos an. Das umgebaute russische Sojus-Raumschiff, bei dem neben zwei professionellen Kosmonauten zwei Passagiere mitfliegen könnten, soll um den Mond in ca. 100 Kilometer Entfernung fliegen. Diese Reise, immerhin mit Blick auf die Rückseite des Mondes, soll voraussichtlich 100 Mio. US-Dollar kosten.
Eine tolle Nachricht die sofort den entsprechenden Medien-Wiederhall fand (Spiegel online, 11.8., Die Welt 12.8., u.a.). Leider eine typische Sommer-Ente, bis 2010 wird eine touristische Reise zum Mond vollkommen unmöglich sein.

Kommentar Karl Born:

Man hört ihn schon stöhnen, den „Mann im Mond“: Hilfe, die Neckermänner kommen? Keine Sorge, lieber Freund, lass die nächtliche Laterne an. Soweit ist es noch lange nicht.

Zwar wurde am 4.10.2004 durch Spaceship One mit dem Gewinn des legendären X-Preis (Siegprämie 10 Mio. US $) ein Meilenstein auf dem Weg in den Weltraum erreicht, aber gemessen an den Weiten des Weltraums war es nur ein Minischritt. Flughöhe 100 Km und Raumschiffgröße für 3 Personen. Das sensationelle daran war etwas anderes, nämlich die Wiederholung innerhalb von 14 Tagen. Ein Mitgesellschafter der Sieges-Company ist übrigens der Microsoft Mitbegründer Paul Allan.

Die damit verbundene Marketingchance hat (natürlich) Virgins Boss Sir Richard Branson erkannt und mit den X-Preis Gewinnern die „Spaceship company“ gegründet und für 2008 die ersten Weltraumflüge angekündigt. Angeblich hat er bereits über 13.000 Anmeldungen (inkls. Anmeldegebühr eine kleine Liquiditätshilfe).
Tatsächlich werden aber „nur“ suborbitale Flüge bis 100 Km Höhe geboten. Immerhin kann man auf diesen Flügen für eine kurze Zeit Schwerelosigkeit erleben und das ist der Reiz daran. Das ganze fällt allerdings noch stark unter die Rubrik Kurzreise.

Interessanter ist da schon ein Besuch auf der Internationalen Raumstation ISS, die in 400 Km Höhe die Erde umkreist. Touristische Besucher, immerhin mit stationärem Aufenthalt, gab es dort schon. Im April 2001 kam Dennis Tito zu Besuch. Nach seinen eigenen Worten, war eines der Reise-Highlights, dass er die Küche aufräumen durfte. Gemessen am Reisepreis von 20 Mio. US $ müsste dies als teuerste Küchenhilfe aller Zeiten ins Guinness-Buch der Rekorde eingegangen sein. Ein Jahr später folgte ihm der Südafrikaner Marc Shuttleworth (zum gleichen Reisepreis). Angeblich soll am 1.10. als nächster Tourist, der amerikanische Unternehmer Greg Olson folgen.

Nun folgt eine kleine astronomische Nachhilfe. Die ISS fliegt in 400 Km Entfernung von der Erde, aber der Mond ist mit durchschnittlich 356.000 Km Entfernung schlappe 1.000mal weiter entfernt. Dies erklärt zu einem nicht unwesentlichen Teil warum neben der Landung von Neil Armstrong (am 21.7.1969 um 3:56 Uhr) nur noch zehn weitere Astronauten den Mond betreten haben. Es ist nicht primär die längere Reisezeit, die Probleme macht, sondern die Reisegeschwindigkeit.
Um einen Raumflugkörper in eine kreisrunde Bahn um die Erde zu bringen und ihn dort im Gleichgewicht zwischen Eigenfliehkraft und irdischer Anziehungskraft fliegen zu lassen, muss das Objekt auf eine Geschwindigkeit von 28.000 Km gebracht werden. Um das Schwerefeld der Erde verlassen zu können, muss das Objekt aber auf die sog. Fluchtgeschwindigkeit von 40.000 Km beschleunigt werden.

Für die Freunde der aktuellen brutto/netto-Diskussion sei noch hinzugefügt, dass z.B. bei der bekannten Ariane-Rakete das Startgewicht bei einem Weltraumflug 750 t brutto beträgt, davon aber nur ca. 6 t netto die Umlaufbahn erreichen.

Kurzum, Urlaub auf oder um den Mond, ist etwas zum Träumen. Und alle die etwas klamm mit dem Reisegeld sind können sich trösten: Diese Reise kann auch für 100 Mio. US $ in den nächsten Jahren nicht gekauft werden.
Für Urlaub in einem Weltraumhotel (wie die ISS in „nur“ 400 Km Höhe geplant) wird übrigens ein Zeitraum bis 2035 angedacht!

Noch eine letzte Schlaumeier-Bemerkung: Der Mars ist noch 225mal so weit entfernt wie der Mond oder anders gerechnet ca. 200.000mal soweit entfernt wie die ISS (just for info wenn der nächste Bericht über eine Mars-Reise in den Medien erscheint).

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Wichtiger Nachtrag zu den letzten BBB:
Laut BILD vom 12.8. habe die EU-Kommission klargestellt, dass die geplante europäische „Sonnensscheinrichtlinie“ nicht wie befürchtet vorschreiben würde, dass durch hochgeschlossene Kleidung ein Sonnenbrand im Bereich der Oberweite verhindert werden muss. Das Dekolletee der Biergarten-Kellnerin ist gerettet! Glück gehabt!

Keine Ahnung, warum den BBBs gerade jetzt in Erinnerung kommt, dass Papst Benedikt XVI. für den Weltjugendtag einen Sonderablass verkündigt hat. Nach einem veröffentlichten Dekret können jene Gläubigen einen vollkommenen Ablass erhalten, die mit entsprechender Gesinnung an einer Veranstaltung und am Abschlussgottesdienst des Treffens in Köln teilnehmen. Das muss unbedingt auf die Homepage des „Official-Carrier“ HLX, der Andrang müsste eigentlich gewaltig sein.
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In eigener Sache:
Die 1.500. Abonnentin des Newsletters und damit Gewinnerin der Air Berlin Tickets heißt Melanie Haaß, Sales Managerin beim Reiseveranstalter Gebeco in Kiel. Zusätzlich hat sie eine Original BBB-Mütze gewonnen. Diese muss sie während des Air Berlin-Fluges und künftig beim Lesen der BBB tragen. Herzlichen Glückwunsch. Über die Gewinner von acht Buchpreisen berichten die BBB in einer Woche.


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