Wenn der Gastgeber zur eigenen Party nicht erscheint | 15.10.2006 (Prof. Karl Born)15.10.2006: Wenn der Gastgeber zur eigenen Party nicht erscheint

Können Sie sich vorstellen, Sie werden zu einer Party eingeladen. Nachdem Sie erwartungsvoll Platz genommen haben, lässt Ihnen der Gastgeber über Dritte ausrichten, eigentlich war das mit der Party zum jetzigen Zeitpunkt ein Irrtum, sorry, vielleicht ein anderes Mal. Toller Gag im Film, aber in Wirklichkeit würde das niemand machen. Oder doch?
Kommentar Karl Born:
Es geht nicht um irgendeine Einladung. Es hat schon seinen Grund warum man besonders gespannt ist. Schließlich hat der Gastgeber angekündigt, dass er demnächst heiraten will. Na, ja, nicht ganz freiwillig, Zwangsheirat kommt der Sache schon näher. Und in der künftigen Partnerschaft wird „der andere“ wohl mehr den Ton angeben. Hört man. Ein eher wilder Bursche, gilt als sehr sparsam und hat eigenartiger Weise trotzdem schon in den letzten Jahren über 100 Millionen Euro „auf den Kopf gehauen“. Schwer zu verstehen, dass man damit Vorbild sein kann. Man selbst galt bislang als eher seriös. Mit einer klasse Vergangenheit. Man war mal mit das Feinste was es auf dem Gebiet gab. Zuletzt ist man vielleicht etwas langweilig geworden.
Die Party war schon länger geplant und verkündet. Aber jetzt versprach sie so richtig spannend zu werden. Die Gäste waren neugierig, wollten wissen was demnächst so passieren wird. Wichtige Gäste für die eigene Zukunft wohlgemerkt. Multiplikatoren, die auch künftig Werbung (und Verkauf) für den Gastgeber machen sollten.
Es kommt der Tag der Party. Am Nachmittag erscheint ein Abgesandter des Gastgebers in der feinen Location, legt einige give aways auf den Tisch, einen Tombolagutschein und eine Erklärung. Der Wirt möge diese Erklärung am Abend doch bitte den Gästen vorlesen. Und in der Erklärung heißt es dann: „Man bitte zu entschuldigen, dass man nicht da sei (als Gastgeber wohlgemerkt). Aber man sei etwas durcheinander. Die Anwesenden wüssten ja, die anstehende Hochzeit. Man wisse auch nicht mehr so richtig wie es weitergehen wird. Kurzum in diesem Zustand könne man sich nicht präsentieren“.
Übrigens, die Party sollte im Zoo stattfinden. Da glaubten die Gäste „man wolle sie zu Affen machen“.
----- Nachtrag zu letzter Woche: Falls jemand die Geschichte mit den Plastikuhren nicht geglaubt hat, in der aktuellen "Die Zeit" (Seite 84) steht ein Interview mit dem Tourismusminister von Kampanien zu diesem Thema. Er ist "begeistert" und glaubt, dass jetzt mehr Touristen kommen werden. Das glauben Tourismusminister immer! Bis der Nachfolger kommt.
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