Hilfe, die Gnomen aus Zürich kommen | 11.2.2007 (Prof. Karl Born)11.2.2007: Hilfe, die Gnomen aus Zürich kommen

Kaum hatte sich die Schweizer Bank UBS mit 5,84% zum größten Einzelaktionär der TUI aufgeschwungen, da reduzierte sie innerhalb weniger Tagen ihren Anteil auf 4,96% und gab die Spitzenposition wieder ab. Wenn jetzt auch schon die Aktionäre keine klare Stratege mehr haben……
Kommentar Karl Born:
Das war schon eine Überraschung, zumindest für Außenstehende, als ausgerechnet der größte Anbieter im „Wealth-Management-Geschäft“, die Schweizer Bank UBS, verkündete, dass sie jetzt über 5% Aktien-Anteile an der TUI besitze. Sie „habe aber dabei kein strategisches Interesse“??!! Mit der innerhalb von wenigen Tagen erfolgten Reduzierung auf 4,96% bestätigte die Bank, dass dahinter offensichtlich wirklich keine Strategie steht.
Solche Unklarheiten wundern nicht, wenn man einen Blick auf die Homepage der UBS wirft. Dort steht unter „Unsere Geschäftsfelder“ folgendes: „Mit verwalteten Vermögen in Höhe von 1734 Milliarden Franken sind wir der größte Wealth Manager der Welt.“ Nur einen Satz später steht: „Im Rahmen unserer internationalen und schweizerischen Wealth-Management-Aktivitäten verwalten wir Vermögen in Höhe von 982 Milliarden Franken.“ Und wiederum nur einen Satz später steht: „Unsere über 7500 Finanzberater betreuen Vermögen in Höhe von 752 Milliarden ‚Franken“. Was nun? So ganz präzise scheint dies alles nicht zu sein.
Die BBBs wollen nicht pingelig sein, das liegt uns wirklich fern (?), aber wenn auf der Homepage einer solchen Bank auf der Seite „Führungsgremien“ das oberste Gremium als „Verwaltungsragt (VR)“, statt Verwaltungsrat geschrieben wird, dann stellt man sich doch zusammen mit den obigen Zahlen die Frage nach der Präzision in diesem „Laden“.
Und zuletzt, wir wollen nicht unken, läuft zur Zeit in der Schweiz gerade der Prozess um die Swissair-Pleite. Laut Bericht von SRI (Schweizer Radio International) hat der frühere Konzernchef der SAir-Group Mario Corti schwere Vorwürfe (ob zu Recht oder Unrecht kann hier nicht überprüft werden) gegen die UBS erhoben. Sie sei schuld am Zusammenbruch der Swissair Group. Zum einen sei das strategisch (?) so gewollt gewesen und zum anderen weil im entscheidenden Moment der UBS-Boss „in der Luft war“ und zwingend notwendige Kredit-Entscheidungen bei der UBS nicht gefällt werden konnten.
Also Vorsicht, schon in 2001 schrieben die BBBs „Die Löcher im Schweizer Käse werden größer“ (http://karl-born.de/bbb/2001/08.10.2001.htm). ---------------------------------------------- Am heutigen Montag (12.2.) spricht das Oberverwaltungsgericht Berlin im Verfahren der Nutzer des Flughafens Tempelhof gegen die Senatsverwaltung Berlin zu einer möglichen Schließung des Flughafens Tempelhof Recht. Das ist ein weiterer (Zwischen-)Schritt in einer Provinzposse im Zusammenhang mit dem neuen Flughafen BBI. Die BBBs werden nächste Woche darüber berichten. Aber nur, falls nicht wieder etwas super Aktuelles passiert, wie z.B. Thomas Cook würde die LTU kaufen. Aber in Oberursel kündigt man geplante Käufe ja immer so frühzeitig an, dass andere noch vorher wegschnappen können (siehe damals Kauf von Thomson UK durch die TUI). Andererseits hat es bei My Travel schon geklappt. Und die neue Obergesellschaft soll ihren Sitz in London haben? Na prima. Trojan horse is coming home!(Siehe hierzu BBB vom 8.1.07 über das Trojanische Pferd http://karl-born.de/bbb/archiv/news-archive-8-1-2007.html)
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