Wer regelmäßig in die Bar geht, denkt schneller | 1.8.2004 (Prof. Karl Born)1.8.2004: Wer regelmäßig in die Bar geht, denkt schneller

Regelmäßige Bar-Besuche sollen gut sein für das Gehirn. Das behaupten zumindest Forscher des „University College“ in London. Sie stellten eine Verbindung zwischen den intellektuellen Fähigkeiten von Studienteilnehmern und deren Freizeitverhalten her. Zu den Freizeitaktivitäten seien u.a. auch Bar-Besuche zu zählen, die ebenfalls die mentalen Fähigkeiten förderten.
Kommentar Karl Born:
Bekanntlich leiden vor allem Männer darunter, dass manches das sie aus wohlüberlegten zukunftsorientierten Gründen tun, von „Übelmeinenden“ (mit einem hohen Prozentsatz Ehefrauen) in falschem Licht gesehen wird. Dazu zählt sicherlich auch der regelmäßige Bar-Besuch zur Pflege der Intelligenz.
Schon in den BBB vom 24.5.2001 wurde eine Studie zitiert, demnach „häufige Jetlags das Gehirn schrumpfen lassen würden“. Vielflieger mit wenig Erholungszeit zwischen den Flügen „hätten erhebliche Gedächtnislücken“. Das beste Gegenmittel wären demnach regelmäßige Bar-Besuche auf Dienstreisen. Unter diesem Gesichtspunkt muss man auch den Besuch einer russischen Nachtbar durch den Direktor des balearischen Fremdenverkehrsamtes Ibatur sehen (siehe 2. Nachtrag in den BBB vom 12.7.2004). Seine alleinige Motivation: Verbesserung seiner Intelligenz. Jetzt ist er zurückgetreten und die Balearen müssen sehen, wie sie künftig ohne Intelligenzzuwachs zurechtkommen werden. (Erste Gedächtnislücken durch viele Flug-Dienstreisen sind schließlich bei Direktor Juan Carlos Alia schon erkennbar, so kann er sich nicht mehr erinnern, wer mit ihm in der Nachtbar war.)
An einer Bar-Theke, angesichts eines Whisky-Glases, lässt sich so manches dienstliche Problem haarscharf analysieren, wie z.B. dieses. Der Optimist sagt: Das Glas ist halbvoll. Der Pessimist sagt: Das Glas ist halbleer. Der Controller sagt: Das Glas ist zu groß für den Inhalt! Der pessimistische Controller folgert daraus: Ab sofort gibt es kleinere Gläser (und nimmt in Kauf, dass künftig nie mehr so viel Inhalt in einem Glas sein kann). Der optimistische Controller folgert daraus: Lasst uns überlegen, wie wir künftig wieder mehr Inhalt in ein Glas bekommen. (Controller-Puristen werden hier behaupten, dass es per Definition keine Unterscheidung in optimistische und pessimistische Controller geben kann. Gibt es aber doch!)
Und so kann man stundenlang bei einem Bar-Besuch über Kapazitätsmanagement diskutieren (wobei die Intelligenzveränderung hohe Ähnlichkeit mit einem Parabel-Flug hat).
|