Joschka-Syndrom im Luftfahrt-Bundesamt | 1.5.2005 (Prof. Karl Born)1.5.2005: Joschka-Syndrom im Luftfahrt-Bundesamt

Die neue EU-Verordnung zu den Fluggastrechten war von Anfang an umstritten. Die Entscheidung, als Anlaufstelle für Fluggast-Beschwerden eine Behörde wie das Luftfahrtbundesamt (LBA) zu benennen, war zusätzlich absurd. In einem Interview zu diesem Thema schaffte es LBA-Präsident Ulrich Schwierczinski jeder klaren Antwort aus dem Weg zu sehen. So ungefähr hatte man sich die Arbeit des LBA zu diesem Thema auch vorgestellt.
Kommentar Karl Born:
Sich nicht erinnern können, sich nicht festlegen, nie konkret werden, Allgemeinplätze von sich geben, so müssen wir manchen Repräsentanten dieses Landes ertragen. Die umstrittene EU-Verordnung zu den Fluggastrechten ist seit einiger Zeit in kraft, so erschien es mehr als legitim vom Präsidenten des LBA einen Erfahrungsbericht zu erbitten. Hier seine (verkürzten) Antworten auf einfache Fragen (in travel tribune, 16/05): - „Damit haben wir uns bislang nicht auseinandersetzen können“ - „Darüber haben wir noch keine Erfahrungswerte“ - „Im Augenblick haben wir aber keine Erkenntnisse“ - „Im Bereich der Barauszahlung haben wir noch keine Erfahrung“ - „Das wissen wir in Kürze“ - „Ich verstehe die Sorgen der Gesellschaften, aber auch die der Passagiere“ - "Das ist ganz schwer abzuschätzen“ - „Die Verordnung ist so gestaltet, dass man Genaueres jeweils nur im Einzelfall sagen kann...Die Verordnung sagt ja auch etwas ganz Konkretes...Die Verordnung formuliert also schon Einzelheiten. Allerdings muss man bei jedem Fall ins Detail gehen – Letztendlich entscheidet eben der Einzelfall“.
Eine alte PR-Regel sagt: Hauptsache man steht in der Zeitung und der Name ist richtig geschrieben (was in diesem Fall auch nicht einfach war).
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