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Borns "bissige" Bemerkungen ist die montägliche Kolumne rund um das aktuelle Geschehen in der Welt, speziell in der Tourismuswirtschaft. BBB erscheint seit März 2001 jeden Montag auf diesen Webseiten und als kostenloser email-Newsletter. Im Archiv finden Sie 300 weitere Kommentare zu den verschiedensten Themen und Anlässen.

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25.08.2003 Wer sich in Gefahr begibt, kann für den "Kick" auch etwas zahlen


Nach dem glücklichen Ende des Geisel-Dramas in der Wüste fordern Politiker, dass die befreiten Geiseln für ihre Rettung zahlen sollen. Über Umwege soll die Bundesregierung knapp fünf Millionen Euro an die Entführer gezahlt haben.



Kommentar Karl Born:

Abseits der „ausgetretenen Touristenpfaden“ reisen, echte Abenteuer erleben, auf keinerlei fremde Hilfe angewiesen sein und zuhause über die „dummen“ Pauschaltouristen lästern, so stellt sich der Traum des Abenteuer-Individualtouristen dar. Wenn es schief geht, sieht die Welt gleich anders aus. Dann wird laut um Hilfe gerufen und andere müssen die Rechnung bezahlen.
Fast zufällig (?) kennt man das Strickmuster aus dem Wirtschaftsteil der Zeitung: Gewinne gehören den Anteilseigner, Verluste sollen sozialisiert werden.
In beiden Fällen zahlen jene, über die gelästert wird, die Rechnung für jene, die vorher „die Dicken machen“.

Für schwerverletzte Urlauber (unabhängig ob krankheits- oder unfallbedingt) besteht die Möglichkeit eine Rückholversicherung abzuschließen. Den Abschluss einer solchen Versicherung macht man nicht davon abhängig, ob das Zielgebiet als besonders unfallträchtig vom Auswärtigen Amt eingestuft wird. Wer keine Versicherung abgeschlossen hat und trotzdem nach Hause will, zahlt im nach hinein aus der eigenen Tasche. Umso mehr muss diese Vorsorge gelten, wenn man mit Vorsatz in gefährdete Gebiete reist.

Wobei die Frage in welcher Höhe die Betroffenen in Anspruch genommen werden sollen, nicht umfassend das Problem löst. Wichtiger wäre, damit etwas mehr Druck auszuüben, sorgsamer mit der Auswahl dieser Art Reisen umzugehen. Es ist eben nicht so, dass hier jeder „sein eigenes“ Risiko trägt:
Erstens, der Schrei nach dem Staat um Hilfe kommt schnell (siehe oben).
Zweitens, die Überschrift „Touristen entführt“, lässt auch manchen Urlauber darüber nachdenken, ob er jetzt noch gefahrlos seinen Mallorca-Urlaub buchen kann.
Drittens, die gezahlten fünf Mio. Euro sind ein schönes Startkapital für einen noch größeren terroristischen Akt.

Wie schon so oft an dieser Stelle erwähnt, Sicherheit ist ein Thema, das die Anbieter von Pauschalreisen noch viel positiver argumentieren könnten.


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