13.10.2003 Die Pauschalreise am Scheideweg

Die Pauschalreise soll am Scheideweg sein, wird behauptet. Wer sich dort noch alles trifft und wo es von dort aus hingeht, bedarf einer genauen Analyse.
Kommentar Karl Born:
Es gibt viele Orte, die gerne besucht werden. Im Moment hat der „Scheideweg“ die besten Chance. Wer sich dort alles trifft, ist unglaublich. Unsere Sozialsysteme befinden sich schon seit Wochen am Scheideweg. Unser Kanzler ist am Scheideweg, nämlich Erfolg oder Rücktritt. Von der Konjunktur hieß es vor längerem, sie sei am Scheideweg, muss sich dann aber verlaufen haben, denn man hört relativ wenig von ihr. Dieter Bohlen steuert gerade auf den Scheideweg zu und muss sich jetzt zwischen beliebt und nervig entscheiden.
Kurzum, am Scheideweg herrscht ein riesiges Gedränge und man kann nicht jeden aufzählen, den man dort trifft. Deshalb wollen wir auch nicht die Namen jener Tourismusmanager nennen, die dort in letzter Zeit gesehen wurden. Wobei erstaunlich ist, dass Manager, deren Wirken fast 400 km auseinanderliegt, gleichzeitig am Scheideweg sein können.
Als potenzieller Urlauber interessiert uns besonders, dass schon vor Monaten die Pauschalreise am Scheideweg gesehen wurde und sie sich offensichtlich noch immer dort befindet. Das spricht nicht gerade für die konzeptionelle Qualität der Pauschalreise. Also stellt sich die Frage: Muss sich die Pauschalreise jetzt ändern?
Hierfür gibt es zwei konträre Möglichkeiten eines Denkansatzes, die interessanterweise beide Zeitgeist sind: 1. Politischer Zeitgeist: Veränderungen sind überfällig (sog. Agenda- Perspektive), nur einige „Feiglinge“ wollen nicht einsehen, dass ihre Vorsitzenden die wahren Vordenker sind. 2. Management-Zeitgeist: Neue kritische Einstellung zum radikalen Firmen-Umbau. 1993 erfand die Beratungsfirma CSC das Allheilmittel „Business Reengineering“ und folgend blieb in den Unternehmen kein Stein auf dem anderen. Heute sagt die gleiche Beratungsfirma: „70% der Anwender steigerten weder Wachstum noch Gewinn, vielen ging es sogar noch schlechter als vorher“.
Am Scheideweg scheint wohl vieles unklar zu sein, aber auf immer höherem Niveau.
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